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Forschungscampus-Workshop: InfectoGnostics und M²OLIE streben gemeinsame Projekte an

  • InfectoGnostics-Sprecher Prof. Jürgen Popp stellt technologische Ansätze des Jenaer Forschungscampus vor. (Foto: InfectoGnostics)

Die beiden BMBF-geförderten Forschungscampi InfectoGnostics und M²OLIE (Mannheim Molecular Intervention Environment) haben sich Anfang Februar zu einem gemeinsamen Workshop in Jena getroffen. Im Fokus standen dabei Forschungsansätze der Campi, die sich gegenseitig ergänzen könnten. Diskutiert wurde unter anderem die Kombination verschiedener photonischer Methoden in der operationsbegleitenden Diagnostik sowie die Automatisierung von Tests zur Bestimmung von Antibiotikaresistenzen.

Als öffentlich-private Partnerschaften innerhalb der bundesweiten Forschungscampus-Förderinitiative streben M²OLIE und InfectoGnostics erstmals campusübergreifende Kollaborationen an. Die beiden Forschungscampi verbindet der gemeinsame Fokus auf medizinische Anwendungen: Während InfectoGnostics neue diagnostische Technologien im Bereich der Infektiologie erforscht, widmet sich der Mannheimer Campus  der personalisierten Krebsdiagnose und –therapie und deren Einbindung in roboterbasierte Assistenzsysteme.

Am 1. Februar 2018 war ein Team des Mannheimer Forschungscampus M²OLIE zu Besuch beim InfectoGnostics Forschungscampus Jena. In einem gemeinsamen Workshop am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) sollten Kooperationen zwischen den beiden Forschungscampi initiiert werden. Bereits im Januar des letzten Jahres wurden die Gespräche zu einer möglichen Zusammenarbeit intensiver. In Jena wurden nun die Forschungsschwerpunkte der beiden Campus im persönlichen Austausch einander vorgestellt und mögliche Anknüpfungspunkte diskutiert.

InfectoGnostics präsentierte die Forschung und Entwicklung der Campus-Partner im Bereich der multimodalen Zelldiagnostik, der Probenvorbereitung sowie der faseroptischen Spektroskopie. In einer Führung am Leibniz-IPHT wurde den Mannheimer Gästen unter anderem der institutseigene Faserziehturm gezeigt. Dieser ermöglicht das Ziehen von optischen Fasern, die in Aufbau und Querschnitt spezifisch für medizinische Anwendungen angepasst werden können.

M²OLIE stellte Projekte im Bereich der Biomedical Mass Spectrometry (HS Mannheim), des Transfers von Messtechnik in klinische und biotechnologische Anwendungen (Fraunhofer PAMB) und der Goldnanopartikel für die Bildgebung (UMM, Molekulare Bildgebung) vor. Im Anschluss des produktiven Treffens wurden zur weiteren Sondierung vier Zweierteams unter den Forschungscampi gebildet, die nun in die Details der Zusammenarbeit einsteigen.

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InfectoGnostics Forschungscampus Jena

Der InfectoGnostics Forschungscampus Jena beschreitet als öffentlich-private Partnerschaft neue Wege in der Diagnostik von Infektionen und Erregern, wie z. B. Viren, Bakterien und Pilzen. InfectoGnostics wird durch das BMBF im Rahmen der Förderinitiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ mit zusätzlicher Unterstützung durch das Land Thüringen gefördert. Etwa die Hälfte des benötigten Etats finanzieren die beteiligten Partner.

In seinem zentralen Campusprojekt erforscht InfectoGnostics zuverlässige, schnelle und nicht-invasive Methoden der Diagnostik von Erregern der Lungenentzündung und deren Resistenzen vor dem Hintergrund von Immunsuppression. Das rechtzeitige Erkennen von Infektionserregern und ihrer Resistenz ist Voraussetzung für eine wirksame Antibiotikatherapie.

M²OLIE – Mannheim Molecular Intervention Environment

Der Forschungscampus „Mannheim Molecular Intervention Environment (M²OLIE)“ wird im Rahmen der Initiative „Forschungscampus – öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung für bis zu 15 Jahren gefördert werden.

In einem multidisziplinären Zentrum am Universitätsklinikum Mannheim wird in enger Verzahnung von akademischen Instituten und industriellen Partnern am gemeinsamen Ziel der Entwicklung und klinische Evaluierung von Methoden, Prozessen, Technologien und einer Infrastruktur für die Behandlung von oligometastasierten Patienten mittels molekularer Intervention innerhalb eines Closed-Loop-Prozesses gearbeitet.