InfectoGnostics – Forschungscampus zur Infektionsdiagnostik und Infektionsforschung

Der InfectoGnostics Forschungscampus Jena beschreitet als öffentlich-private Partnerschaft neue Wege in der Infektionsdiagnostik und Infektionsforschung. Mehr als 30 Partner aus Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft entwickeln im Dreiklang von Technologie, Anwendung und Herstellung marktreife Lösungen für die schnelle und kostengünstige Vor-Ort-Analyse (Point-of-Care Testing) von Infektionen in der Humanmedizin – wie Lungenentzündung (die z. B. durch antibiotikaresistente Erreger verursacht werden) und Tuberkulose –, Testsysteme für Tiererkrankungen sowie für den Erregernachweis in Lebensmitteln. Im Rahmen des zentralen Campus-Projektes „Pneumonie bei Immunsuppression“ – im folgenden Video dargestellt – entwickeln sieben Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft handliche Tests für die schnelle und nicht-invasive Diagnostik von Erregern der Lungenentzündung und deren Resistenzen.

Öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen
Der InfectoGnostics Forschungscampus ist einer von neun Gewinnern der Förderinitiative "Forschungscampus - öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Diese Initiative ist ein neues Instrument der "Hightech-Strategie" der Bundesregierung. Nach positiver Evaluierung durch die Jury ist der InfectoGnostics Forschungscampus Jena im Februar 2015 in die erste fünfjährige Hauptphase eingetreten.

Mit Hilfe dieser öffentlich-privaten Partnerschaft soll ein Europäisches Zentrum für Diagnostik von Infektionen errichtet  werden, welches sich durch exzellente Forschung und Weiterbildung im Zusammenspiel von Grundlagenforschung, Anwendung und Transfer auszeichnet.

Globale Bedrohung – Multiresistente Infektionserreger
Bei Sepsis oder bei immungeschwächten Patienten mit Lungenentzündung ist eine schnelle Diagnose des Erregers und seiner möglichen Antibiotikaresistenzen Voraussetzung für eine optimale Therapie. Die Zahl der mehrfach resistenten Infektionserreger nimmt zu und nicht nur Krankenhauserreger wie MRSA, sondern eine neue Generation von antibiotikaresistenten Keimen (z. B. Carbapenemasebildner) stellen eine Bedrohung dar und erschweren die Behandlung.

Die moderne Infektionsdiagnostik benötigt nicht-invasive und patientenschonende Lösungen, die schnell, kostengünstig und vor Ort Infektionserreger und ihre Resistenzpotential detektieren.