Diagnostik für Pneumonie bei Immunsuppression

Erforschung einer zuverlässigen, schnellen und nicht-invasiven Diagnostik von Erregern der Lungenentzündung und deren Resistenzen.

Das Campus-Projekt ist ein Verbundprojekt von sieben öffentlichen und privaten Partnern des InfectoGnostics Forschungscampus Jena und erarbeitet Lösungen in Form zuverlässiger, schneller und nicht-invasiver Diagnostik von Erregern der Lungenentzündung und deren Resistenzen. Die Teilprojekte bewegen sich entlang der Wertschöpfungskette vom medical need über die Entwicklung neuer Technologien zur Probenaufbereitung bis hin zur Herstellung von Prototypen. Das Projekt zur Entwicklung innovativer Diagnostiktechnologien in Jena hat ein Gesamtvolumen von 14 Mio. EUR und wird vom BMBF in den kommenden fünf Jahren mit 10 Mio. EUR unterstützt.

Grafische Übersicht des InfectoGnostic Campus-Projekts „Innovative Diagnostik für Pneumonien bei Immunsuppression“

Die Erreger einer Lungenentzündung können zurzeit nur durch die aufwendige Spiegelung der Lungen diagnostiziert werden, wobei die Lunge gespült wird, um die Erreger in der Spülflüssigkeit (bronchoalveoläre Lavage) nachzuweisen. Diese aufwendige und für den Patienten sehr belastende Untersuchung gilt es durch neue Methoden und Marker zu ersetzen. Besonders für Patienten mit geschwächtem Immunsystem ist eine frühzeitige, erregerspezifische Diagnosestellung und eine entsprechend früh und gezielt einsetzende Therapie (Antibiotic Stewardship) oft lebensrettend, da die körpereigenen Abwehrmechanismen nicht funktionieren.

Den Kern der Technologie bilden neuartige Konzepte für eine direkte und weitgehend kultivierungsunabhängige Diagnostik von Erregern und die Untersuchung der Immunantwort auf die Infektion. Aufnahme und Verarbeitung der Proben wie Urin, Blut oder Proben aus der Lunge werden in vereinfachten und miniaturisierten Geräten verarbeitet. Zur Bestimmung der Erreger oder der Wirtsantwort werden neue Methoden zur Vervielfältigung des Erbgutes und direkte lichtbasierte Verfahren wie Mikroskopie oder Spektroskopie erforscht. Dabei zielt das Campus-Projekt darauf ab, Kosten und Aufwand der Diagnose gering zu halten, um die neuen Methoden auch in wenig entwickelten Gegenden oder in akuten Situationen auf einer Intensivstation zum Einsatz bringen zu können. Im Rahmen des Forschungscampus sollen neue preiswerte und portable Testverfahren für den Ort der Patientenversorgung (Point-of-Care) etabliert werden.

Beteiligte Partner
Alere Technologies GmbH
Analytik Jena AG
Universitätsklinikum Jena (UKJ)
Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V. (IPHT)
Leibniz-Institut für Infektionsbiologie und Naturstoffforschung – Hans-Knöll-Institut e. V. (HKI)
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ernst-Abbe-Hochschule (EAH) Jena

Laufzeit
01.02.2015 – 31.01.2020

Projektkoordination
Gesamtkoordination: Prof. Dr. Jürgen Popp
Medizinische Koordination: Prof. Dr. Mathias Pletz