InfectoGnostics – Forschungscampus für innovative Infektionsdiagnostik und Infektionsforschung

Der InfectoGnostics Forschungscampus Jena beschreitet als öffentlich-private Partnerschaft neue Wege in der Diagnostik von Infektionen. Mehr als 30 Partner aus Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft entwickeln hier gemeinsam neuartige Lösungen für die schnelle und kostengünstige Vor-Ort-Diagnostik von Infektionserkrankungen.

Am Forschungscampus werden innovative photonische und molekularbiologische Verfahren entwickelt und kombiniert, um Infektionserreger (insbesondere Viren, Bakterien und Pilze) und Antibiotikaresistenzen zuverlässig zu detektieren und die Wirtsantwort (z.B. bei Sepsis) besser zu verstehen. Im Dreiklang von Technologie, Anwendung und Herstellung entstehen so Labor- und Schnelltests für den Einsatz in der Human- und Veterinärmedizin sowie für die Lebensmittelsicherheit.

Durch diese einzigartige Kooperation von öffentlichen und privaten Partnern auf Augenhöhe werden Barrieren für die Etablierung neuer Diagnostika abgebaut: Vielversprechende Lösungen aus der Grundlagenforschung werden so schneller in Form von marktreifen Produkten in die diagnostische Routine und damit zu Anwendern und Patienten gebracht.

Öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen

Der InfectoGnostics Forschungscampus ist eines von neun Projekten der Förderinitiative "Forschungscampus - öffentlich-private Partnerschaft für Innovationen" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Diese Initiative ist ein Instrument der neuen "Hightech-Strategie" der Bundesregierung. InfectoGnostics wird zusätzlich auch durch den Freistaat Thüringen gefördert. Etwa die Hälfte des benötigten Etats finanzieren die beteiligten Partner.

Mit Hilfe dieser öffentlich-privaten Partnerschaft soll der Standort Jena in Zukunft eine zentrale Bedeutung als Innovation Hub für Diagnostik von Infektionen in Europa einnehmen und exzellente Forschung und Weiterbildung im Zusammenspiel von Grundlagenforschung, Anwendung und Transfer ermöglichen.

Globale Bedrohung – Multiresistente Infektionserreger
Bei Sepsis oder bei immungeschwächten Patienten mit Lungenentzündung ist eine schnelle Diagnose des Erregers und seiner möglichen Antibiotikaresistenzen Voraussetzung für eine optimale Therapie. Die Zahl der mehrfach resistenten Infektionserreger nimmt zu und nicht nur Krankenhauserreger wie MRSA, sondern eine neue Generation von antibiotikaresistenten Keimen (z. B. Carbapenemasebildner) stellen eine Bedrohung dar und erschweren die Behandlung.

Die moderne Infektionsdiagnostik benötigt nicht-invasive und patientenschonende Lösungen, die schnell, kostengünstig und vor Ort Infektionserreger und ihre Resistenzpotential detektieren.