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GenID-ARRAY

Entwicklung eines festphasen-gekoppelten Arrays für Nachweis und Differenzierung von relevanten Betalaktamasen

In der letzten Dekade hat sich insbesondere die Lage bei multiresistenten gram-negativen Erregern (MRGN) zugespitzt: In einigen europäischen Ländern werden bereits über 50 % aller nosokomialen Infektionen mit gram-negativen Bakterien durch sogenannte ESBL-Bildner (Extended-Spectrum-Betalaktamase) verursacht, welche die zur Behandlung empfohlenen Drittgeneration-Cephalosporine abbauen. In Kombination mit zusätzlichen Resistenzen und den zunehmenden Verbrauch von Reserveantibiotika, wurde so die  Selektion von carbapenemasebildenden Bakterien gefördert, die dann meist gegen alle gängigen Antibiotika resistent sind (s.g. 4MRGN), was die Behandlungsmöglichkeiten drastisch einschränkt.

Die Betalaktamasen stellen eine hoch-variable Gruppe von Enzymen, mit diversen mit einander weinig verwandten phylogenetischen Linien und innerhalb dieser mit Untergruppen und zahlreichen Allelvarianten. Oft entscheiden einzelne Punktmutationen über den ESBL oder Carbapenemase-Phänotyp, was klassische molekulare Assays nicht differenzieren.

Ziel des gemeinsamen Vorhabens ist die Entwicklung eines festphasen-gekoppelten Arrays zum Nachweis und Differenzierung von relevanten Betalaktamasen bzw. der phänotyprelevanten Substitutionen in TEM- und SHV-Genen sowie den QRDR (quinolone resistance determining regions) mittels einer Einzelbasenaddition mit fluoreszierenden Nukleotiden in einem Multiplex-Ansatz.

Projektlaufzeit: 01.09.2019- 31.08.2021

Campuspartner:

Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Zentralen Innovationsprogrammes Mittelstand (ZIM) unter dem Förderkennzeichen ZF4727701NK9.