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Mikrophysiologische Systeme von Lunge, Darm und Leber: Ein Hilfsmittel um Wirt-Mikrobiom-Interaktionen zu verstehen und Arzneimittel zu testen

Interaktionen zwischen Mikrobiom und Wirt sind entscheidend für die Aufrechterhaltung der physiologischen Bedingungen im menschlichen Körper. So sind Deregulierung und Ungleichgewicht dieser Wechselwirkungen direkt mit der Entwicklung vieler Krankheiten verbunden, einschließlich Infektion und Sepsis. Ein Großteil unseres Wissens über das Mikrobiom und seine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit basiert jedoch ausschließlich auf deskriptiven und korrelativen Studien. Der Grund dafür ist das Fehlen geeigneter experimenteller Modelle, die detaillierte Untersuchungen der Mechanismen der Mikrobiota-Wirt-Interaktion ermöglichen.

Mikrophysiologische Systeme (MPS)
entwickeln sich jedoch zu einer attraktiven neuen Plattform für die Kokultur definierter lebender Mikrobiota mit biotechnologisch hergestellten Gewebemodellen, die organtypische Funktionen unter genau kontrollierten Bedingungen nachbilden. Diese Modelle sind in der Lage, die menschliche Immunantwort auf die mikrobielle Kolonisation zu reflektieren und ermöglichen sogar Studien zur Kreuzkommunikation zwischen mehreren Organmodellen. Immunkompetente Organmodelle, die die menschliche Lunge, Leber und den Darm nachahmen, ermöglichen mechanistische Studien über agonistische und antagonistische Effekte der mikrobiellen Kolonisation und deren Auswirkungen auf die organotypischen Funktionen.

Im DiagnosTech-Vortrag von InfectoGnostics stellt Prof. Dr. Alexander Mosig vom Uniklinikum Jena derartige Systeme vor, die ein besseres Verständnis der Krankheitsmechanismen ermöglichen und zur Entwicklung maßgeschneiderter Behandlungsmöglichkeiten beitragen, z.B. durch den Einsatz von humaninduzierten pluripotenten Stammzellen im Tissue Engineering von menschlichen Organmodellen.

Um Anmeldung per Mail an christin.weber@infectognostics.de wird gebeten.