Nach Datum einschränken

AVATAR-Transfer-Jahreskongress in Jena: Gesundheitsdaten sicher in die Anwendung bringen

Als Co-Koordinator des AVATAR-Transfer-Projekts gestaltete der InfectoGnostics Forschungscampus Jena gemeinsam mit der Navimatix GmbH den AVATAR-Transfer-Jahreskongress 2026. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 7. Oktober im Volkshaus Jena zusammen, um aktuelle Projektergebnisse zu diskutieren und gemeinsam daran zu arbeiten, wie sensible Gesundheitsdaten sicher, datenschutzkonform und zugleich für medizinische Anwendungen nutzbar gemacht werden können.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand der Transfer der im Vorgängerprojekt AVATAR entwickelten Technologien und Konzepte in konkrete Anwendungen. Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft, IT, Recht und Politik tauschten sich über aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für eine sichere Nutzung von Gesundheitsdaten aus.

InfectoGnostics als Co-Koordinator im Zentrum des Transfers

Für den InfectoGnostics Forschungscampus war der Jahreskongress ein wichtiger Meilenstein: Seit Beginn des Projekts Anfang 2026 koordiniert der Forschungscampus gemeinsam mit der Navimatix GmbH das AVATAR-Transfer-Konsortium. Insgesamt 16 Partner aus Wissenschaft, Medizin, Wirtschaft und Recht arbeiten darin daran, zentrale Ergebnisse aus dem Vorgängerprojekt gezielt weiterzuentwickeln und in konkrete medizinische und industrielle Anwendungsszenarien zu überführen.

Eröffnet wurde der Kongress von Dr. Jens Hellwage, Geschäftsführer des InfectoGnostics Forschungscampus. Nach einem Grußwort der Thüringer Ministerin für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, Katharina Schenk, stellte das Konsortium seine aktuellen Arbeiten und die fünf Anwendungsszenarien von AVATAR-Transfer vor. Diese reichen von Hörgesundheit und Ophthalmologie über Biosignaldaten und DNA-Sequenzierung bis hin zur Post-Market-Surveillance.

Auch darüber hinaus war InfectoGnostics im Programm des Kongresses vertreten. Christian Döring vom InfectoGnostics Forschungscampus leitete den Workshop „Wissenschaft kommunizieren: Wie man Inhalte effektiv vermittelt, ohne selbst zum Chatbot zu werden“. Damit brachte der Forschungscampus neben seiner Rolle als Co-Koordinator auch seine Expertise in Wissenschaftskommunikation und Wissenstransfer in das Programm ein.

Datenschutz und Datennutzung zusammen denken

Ein zentraler Schwerpunkt des Kongresses war die Frage, wie sich Datenschutz und eine sinnvolle Nutzung von Gesundheitsdaten miteinander verbinden lassen. Technologische und rechtliche Perspektiven wurden dabei bewusst gemeinsam betrachtet.

So beschäftigte sich ein Workshop mit der AVATAR-Plattform als Referenzarchitektur für eine rechtskonforme Sekundärdatennutzung. Weitere Sessions widmeten sich unter anderem dem föderierten Lernen für medizinische KI, Model Driven Privacy sowie praktischen Herausforderungen beim Teilen von Gesundheitsdaten.

Dabei wurde deutlich: Damit Gesundheitsdaten künftig besser für Forschung, Entwicklung und Versorgung genutzt werden können, braucht es mehr als technologische Innovation. Entscheidend sind ebenso vertrauenswürdige technische Lösungen, geeignete rechtliche Rahmenbedingungen und die Akzeptanz derjenigen, deren Daten verarbeitet werden.

Austausch über Projektgrenzen hinweg

Eine besondere Gelegenheit zum Austausch bot der Jahreskongress auch mit den assoziierten Projekten GANGES2 und KI-AIM2. Vertreterinnen und Vertreter der Projekte stellten ihre Arbeiten vor und diskutierten gemeinsame Fragestellungen und mögliche Anknüpfungspunkte mit dem AVATAR-Transfer-Konsortium.

Für InfectoGnostics war das Treffen in Jena damit nicht nur eine Gelegenheit, aktuelle Ergebnisse aus AVATAR-Transfer zu präsentieren. Es bot auch die Möglichkeit, neue Kolleginnen und Kollegen aus den assoziierten Projekten persönlich kennenzulernen und das Netzwerk rund um sichere und innovative Gesundheitsdatennutzung weiter auszubauen.

Gemeinsam vom Forschungsergebnis in die Anwendung

Der erste AVATAR-Transfer-Jahreskongress hat damit einen wichtigen Impuls für die weitere Projektarbeit gesetzt. Nur wenige Monate nach Projektstart präsentierte das Konsortium ein breites Spektrum an Aktivitäten und konkreten Anwendungsszenarien. Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung, wie eng technologische, rechtliche und gesellschaftliche Fragen bei der Nutzung sensibler Gesundheitsdaten miteinander verbunden sind. 

AVATAR-Transfer wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert und läuft von 2026 bis 2028. Der Verbund wird gemeinsam vom InfectoGnostics Forschungscampus Jena und der Navimatix GmbH koordiniert.