InfectoGnostics setzt im Rahmen der Forschungscampus-Initiative des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) auf das Konzept einer verbindlichen öffentlich-privaten Partnerschaft, in der sich Forscher, industrielle Entwickler und Anwender direkt "unter einem Dach" regelmäßig zusammenfinden und durch trans- und interdisziplinäre Kooperation bis zu marktreifen Lösungen für komplexe Forschungsfragen gelangen.
Deutschlands industrielle Zukunft liegt insbesondere in wissensintensiven Deep-Tech-Bereichen an den Schnittstellen von Photonik, Biotechnologie, Medizintechnik und Digitalisierung. Entscheidend für die internationale Wettbewerbsfähigkeit ist dabei die enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und Anwendern in leistungsfähigen Innovationsökosystemen. Formate wie öffentlich-private Partnerschaften und insbesondere Forschungscampi ermöglichen es, neue Technologien schneller von der Forschung in industrielle Anwendungen und marktfähige Produkte zu überführen. Gleichzeitig stärken sie die technologische Souveränität und Resilienz Deutschlands in strategisch wichtigen Bereichen wie Gesundheit, Energie und digitaler Infrastruktur. Der Ausbau solcher translationaler Innovationsstrukturen ist daher ein wichtiger Baustein für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland.
Das BMFTR fördert deutschlandweit Projekte von acht Forschungscampi in unterschiedlichen Themenfeldern. Eine Übersicht finden Sie hier. Als Thüringer Innovationscluster ist InfectoGnostics seit 2022 mit einer Unterstützung durch den Freistaat Thüringen noch besser in der Lage, kleine und mittelständische Unternehmen mit Forschung und Klinik zu vernetzen und neue Kooperationsprojekte und Produktentwicklungen voranzubringen und dadurch Thüringen weiter als international bedeutsamen und attraktiven Standort für Innovationen zu stärken.
Im InfectoGnostics Forschungscampus am Jenaer Zentrum für Angewandte Forschung (ZAF) wird dieses Konzept bereits heute vorbildlich umgesetzt, um schneller zu neuen diagnostischen Ansätzen zu gelangen, mit denen sich Krankheitserreger und deren Medikamentenresistenzen schnell bestimmen lassen. Die InfectoGnostics-Forschung am ZAF zeichnet sich aus durch:
Proximität
- über 1.000 Quadratmeter Labor- und Bürofläche
- direkte Anbindung an das benachbarte Institut für Physikalische Chemie
- zentraler Ort für Meetings, Symposien und tägliche Arbeit in Kooperationsprojekten
- gemeinsame Nutzung von Forschungsinfrastruktur
(z.B. photonische Instrumente, S2-Bio-Labore)
Interdisziplinäre Forschung für schnelle Translation
- modulare und offene Technologieplattformen für kontinuierliche Verbesserung und Anpassung durch verschiedene Partner
- Klinische Expertise fließt direkt in Technologieentwicklung ein
- Pipeline-Konzept für eine geschlossene Wertschöpfungskette, von der Idee bis zur Technologiereife
Verbindliche Partnerschaft in einer ÖPP
- Partnerschaft auf Augenhöhe mit eindeutigen Kooperationverträgen
- Gemeinsam getragene Entscheidungen, paritätisch besetzte Gremien, klare Governance