FAQ: Coronavirus-Testverfahren

Allgemein lassen sich die verschiedenen Tests für das Virus „SARS-CoV-2“, das die Erkrankung COVID-19 auslöst, in zwei Kategorien einteilen:

1. Tests für akute Infektionen mit SARS-CoV-2 – Nachweis des Virus

Um akute Infektionen mit dem Virus festzustellen, werden spezifische Abschnitte des Erbmaterials des Erregers direkt mit hochsensitiven, molekularen Testverfahren aus Probenmaterial des Patienten (z.B. Rachenabstriche oder Sputum) bestimmt. Der derzeitige Laborstandard in Deutschland sind verschiedene PCR-Verfahren, bei denen das Erbmaterial des Virus in einer Kettenreaktion vervielfältigt wird. Dieser direkte Nachweis von Virus-RNA erfolgt in mikrobiologischen Laboren und dauert zwischen zwei und acht Stunden, abhängig vom Grad der Automatisierung und dem zeitlichen Aufwand für Entnahme, Transport und Aufbereitung der Proben.

Darüber hinaus existieren seit kurzem auch molekulare Testsysteme, die auf anderen Vervielfältigungsverfahren beruhen (z. B. sogenannte isothermale Amplifikationsverfahren) und sich zum Beispiel für den Einsatz in einer Arztpraxis eignen. Ein solcher Point-of-Care-Test wurde z.B. im Mutterkonzern des InfectoGnostics-Mitglieds Abbott Rapid Diagnostics entwickelt.

2. Antikörpertests auf die Immunreaktion in Folge einer Infektion mit SARS-CoV-2

Im Gegensatz zum direkten Nachweis der Erbinformation des Virus zeigen Antikörpertests die Reaktion des menschlichen Immunsystems auf das Virus an. Hierbei werden zeitlich verzögert Antikörper gebildet (zunächst IgM- und danach IgG-Antikörper), die dem Körper als Abwehr gegen das Virus dienen. Sie sind somit ein Indikator, dass sich das Immunsystem bereits mit dem Virus auseinandergesetzt hat (IgG) oder dies aktiv tut (IgM). Wie lange es dauert bis Antikörper nachgewiesen werden können, ist abhängig von vielen Faktoren (z.B. Art des Antikörpers, Patient, Verlauf/klinisches Bild, Schwellenwert des Tests etc.) – als grober Richtwert gelten für IgG-Antikörper jedoch 2-3 Wochen nach der Infektion.

Derartige Tests werden deshalb in Ländern mit guter Labor-Infrastruktur wie Deutschland nicht für den Nachweis einer akuten Infektion eingesetzt. Antikörpertests erlauben hingegen die Abschätzung, ob in einer bestimmten Personengruppe (z.B. Pflegepersonal) bereits Infektionen stattgefunden haben und geben so einen Hinweis auf eine möglicherweise bestehende Immunität gegen den Erreger. Bei flächendeckendem Einsatz ermöglichen Antikörpertests somit eine Schätzung der Durchseuchungsrate der Bevölkerung, die derzeit Gegenstand vieler epidemiologischer Untersuchungen ist. Eine umfassende Kohorten-Studie, die sich mit derartigen Fragestellungen in Thüringen beschäftigt, wurde in Neustadt am Rennsteig vom Universitätklinikum Jena im Mai 2020 gestartet (mehr hierzu erfahren Sie auch im Interview mit dem InfectoGnostics-Vorstandsmitglied Prof. Dr. Mathias Pletz).

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gehen Experten davon aus, dass genesene Patienten nur ein geringes Risiko haben, in kurzer Zeit und durch ein unverändertes Virus ein zweites Mal an COVID-19 zu erkranken. So haben erste Studien gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spezifische Antikörper entwickeln, die das Virus in Labortesten neutralisieren können. Unklar ist jedoch noch, wie robust und dauerhaft dieser Immunstatus aufgebaut wird und ob es möglicherweise von Mensch zu Mensch Unterschiede gibt.

Gemeinsam mit chinesischen Partnern hat der InfectoGnostics-Partner Senova aus Weimar einen sogenannten „Lateral Flow“-Test für den qualitativen Nachweis von IgG- und IgM-Antikörpern gegen SARS-CoV-2 entwickelt. Mitarbeiter des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien haben dafür serologische Qualitätstestungen am InfectoGnostics Forschungscampus durchgeführt.

Beim Antikörper-Schnelltest handelt sich dabei um einen chromatographischen Immunoassay, der mittels weniger Tropfen Vollblut aus der Fingerbeere innerhalb von 10 Minuten ein Ergebnis anzeigt. Zur Durchführung ist kein Labor notwendig.

Als rein qualitativer Antikörpertest ersetzt er weder den direkten Nachweis der Virus-Nukleinsäuren bei einer akuten Infektion noch liefert der Test eine quantitative Aussage über Anzahl oder Konzentration der Antikörper. Ein solcher Test könnte allerdings durch flächendeckenden Einsatz oder durch gezielte Testung von repräsentativen Bevölkerungsteilen wichtige Informationen zum Verständnis und zur Eindämmung der Corona-Pandemie durch Isolierungsmaßnahmen liefern. Darüber hinaus ermöglicht der Test auch eine verbesserte, schnelle Einschätzung des Risikos für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen bzw. Berufsgruppen mit erhöhtem Kontakt zu Erkrankten (wie Pflegekräfte, Ärzte und Ärztinnen).

Der in Weimar produzierte und von der Servoprax GmbH in Wesel vertriebene „Cleartest Corona 2019-nCoV lgG/lgM“ ist für medizinisches Fachpersonal erhältlich und kann direkt über www.servoprax.de oder spezialisierte Fachhändler bestellt werden.

Im Rahmen der Zulassung als CE-zertifiziertes IVD-Diagnostikum musste der Vertriebspartner, die Servoprax GmbH in Wesel, die Genauigkeit des Tests bestimmen. Die Ergebnisse dieser Prüfung und weiterführende Angaben zum Antikörpertest sind im entsprechenden Beipackzettel des Produkts aufgeführt.

Details zum Cleartest können direkt bei Servoprax in Erfahrung gebracht werden (Mail: info@servoprax.de, Hotline: 0281 95283-0)